Interdisciplinary Summer School
July 13 – 19 2026
LAST CALL:
NOCH BIS SONNTAG 14. Juni 24 Uhr anmelden
Methoden für menschenzentriertes Bauen und Lebenszyklus-Denken
Architektur ist ein Prozess. Architektur ist sozial. Architektur ist zirkulär.
Diese interdisziplinäre Summerschool widmet sich der Phase Null, jener entscheidenden frühen Phase der Projektentwicklung, die in Ausbildung und Praxis oft vernachlässigt wird. Wie ein Bauprojekt begonnen wird, entscheidet maßgeblich darüber, wie inklusiv, nachhaltig und sozial verankert das Ergebnis ist.
Architektur und Raumgestaltung prägt unser Zusammenleben. Sie stehen für weit mehr als das Planen und Errichten von Gebäuden, schaffen Räume für Begegnung, Teilhabe und kollektives Wachstum.
PROZESS
Baukultur erfordert einen kollektiven Prozess: Sie entfaltet sich dort, wo Planung und Politik in einen Dialog mit den Menschen treten und Räume für gemeinsames Zuhören, Verhandeln und Gestalten eröffnen.
SOZIAL
Architektur verstehen wir als kollektive Praxis. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Menschen und die soziale Wirkung von Raum. Durch Partizipation bereits vor Beginn der Planung können gemeinsame Visionen für nachhaltige Raumnutzungen entstehen.
ZIRKULÄR
Gebäude durchlaufen verschiedene Lebenszyklen. Die Phase Null hilft bei jedem neuen Zyklus, wie Umbau, Nutzungsänderung oder Revitalisierung. Ziele und Anforderungen frühzeitig zu klären und Nachhaltigkeitsaspekte systematisch zu integrieren ist immer relevant – insbesondere im Hinblick auf Ressourcen, ökologische Systeme und die gebaute Umwelt.
Programm
Das Programm der Summerschool ist als intensiver, partizipativer Lernprozess konzipiert, der Theorie und Praxis eng miteinander verwebt. Die Teilnehmenden erwartet ein strukturierter Ablauf, um Werkzeuge für eine beteiligungsorientierte Raumentwicklung kennenzulernen und zu erproben. Details werden laufend ergänzt.
Methodisches Training
Die Grundlage ist eine fundierte Einführung in die RAUM.WERTmethode für Beteiligungsprozesse des RAUM.WERTinstituts Salzburg.
Theoretische Impulse
Fachvorträge von renommierten Lehrenden und Good-Practice Beispiele vertiefen Konzepte, Methoden und Tools des partizipativen Gestaltens.
Workshops
Konkrete Fragestellungen eröffnen Räume zum Experimentieren. Erarbeitete Strategien werden direkt angewendet und kooperative Lösungen gemeinsam entwickelt.
Reflexion & Dialog
In dialogischen Formaten werden Erkenntnisse vertieft und mit den unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Perspektiven der Teilnehmenden und Lehrenden zusammengeführt.
Öffentlicher Austausch
Innerhalb einer Woche erarbeiten Teilnehmende ihr eigenes Handbuch. Dieses dokumentiert Erkenntnisse, Einsichten sowie den gesamten Prozess der Summerschool und wird abschließend öffentlich in der Initiative Architektur Salzburg präsentiert.
Zielgruppe
Young Professionals, Absolvent*innen und Studierende aus: Architektur, Raum- und Landschaftsplanung, Soziologie, Anthropologie, Politikwissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Geographie, Soziale Arbeit, Mitarbeitende von Gemeinden, …
Partizipation als Fundament für eine neue Planungskultur
„Erst baut der Mensch ein Haus, dann formt das Haus den Menschen“
(Josef Frank)
Wir leben vielfach in Häusern, Räumen, Strukturen und Gemeinschaften, die (einst) mit guten Absichten geplant wurden, aber unseren heutigen Lebensweisen, Werten und Bedürfnissen nicht mehr entsprechen. Während wir uns als Gesellschaft rasant weiterentwickeln, bleibt unsere bauliche Umwelt oft in veralteten Konzepten erstarrt. Wo früher funktionale Grundrisse dominierten, brauchen wir heute hybride Räume, die mit der digitalen Vernetzung sowie neuen Lebens- und Kollaborationsformen Schritt halten.
Auch unsere sozialen Gefüge verändern sich: Klimawandel und demografischer Wandel erfordern neue Formen der Nachbarschaft und gegenseitige Unterstützung. Die Erreichung vernetzter Nachhaltigkeitsziele (SDGs) ist in statischen Strukturen kaum möglich. Echte Nachhaltigkeit bedeutet daher, Gebäude als offene und wandelbare Systeme zu begreifen. Wir müssen weg vom ressourcenintensiven Neubau-Zyklus und hin zu einer Architektur, die sich durch Um- und Weiternutzung stetig weiterentwickelt.
Methods of iteration
and spatial
transformation
Welche Werkzeuge und Akteure erfordert ein ganzheitlicher Planungsprozess?
Wir vermitteln, diskutieren, experimentieren und reflektieren in Workshops mit praktischen Tools für die Phase Null. Dabei wird Raum bereits in seiner Entstehung und in allen Iterationen als ein sich stetig wandelnder, sozialer Interaktionsort begriffen. Ziel ist es, einen strukturierten, inklusiven Prozess zu vermitteln, der verschiedene Perspektiven sowie Formate der Partizipation integriert. Über diesen Weg lassen sich Lebensqualität, flexible Raumnutzungen sowie zukünftige Weiterentwicklungen für Einzelne, Gemeinschaften, in Ortskernentwicklungen oder Stadtplanungsprozessen langfristig sichern.
Wie schaffen wir Werte, die gemeinwohlorientiert weit über das Ästhetische oder das rein Funktionale hinausgehen?
In Impulsvorträgen und Praxisbeispielen unserer Vortragenden wird gezeigt, wie Partizipation bei der Entwicklung von Raumprogrammen und räumlichen Qualitäten aktiv den gesellschaftlichen Zusammenhalt im der Projektplanung stärkt und identitätsstiftend wirkt. ‚Form follows social function‘ (Ursula Spannberger), denn Architektur leistet dann einen sozialen Mehrwert, wenn Räume Begegnung fördern, Barrieren abbauen, Teilhabe ermöglichen und so die Gemeinschaft nachhaltig stärken.
Participatory design
and collective
thinking
Methods on human
centered design and
lifecycle thinking
Wie verbinden wir Gebäude und Menschen über den gesamten Lebenszyklus hinweg synergetisch?
Unser Programm durchläuft die Lebensphasen des Menschen und stellt Nutzer*innen, deren Bedürfnisse, Netzwerke und Ressourcen im Lebenszyklus thematisch in den Mittelpunkt. Wir brechen mit statischen Strukturen und begreifen Architektur, Raum und Planung als offene, iterative Systeme, die in ständiger Resonanz mit sich wandelnden persönlichen Werten, biographischen Wendepunkten und neuen Präferenzen im Fluss der Zeit stehen. So schlagen wir die Brücke zwischen biografischer Dynamik, baulicher Substanz und zukunftsorientierter Nachhaltigkeit – für einen integrativen sozialen und ökologischen Mehrwert, den wir als untrennbares, gemeinsames Ziel verantworten.
Vortragende

Arch. DI Ursula Spannberger, Salzburg
Als Architektin und Gründerin des RAUM.WERT.Instituts begleitet Ursula Nutzende und Planende dabei, demokratische Prozesse und Selbstwirksamkeit in räumliche Dimensionen zu übersetzen. Die Basis ihrer Arbeit bildet die von ihr entwickelte RAUM.WERTmethode, welche die Bedürfnisse der Menschen konsequent in den Fokus rückt. In ihrem Ansatz verbindet sie klassische Baukunst mit Mediation, Planungsvermittlung und Organisationsentwicklung zu einer ganzheitlichen Strategie für lebendige Räume, die mit den menschlichen Bedürfnissen im Einklang stehen.

Arch. Valerie Rainer, Feldkirch
Architektin mit Schwerpunkt in: Kooperative Projektentwicklung · Leerstand & Umnutzung · Beteiligungsprozesse · Raum- und Transformationsstrategien

Arch. DI Angela Müller, Salzburg / Madrid
Angela E. Müller beschäftigt sich als Architektin mit Geburtsräumen und lehrt am Europäischen Institut für Perinatale Psychische Gesundheit, im Masterstudiengang Krankenhausbau und -architektur an der Universität Cádiz sowie im Diplomstudiengang Hausgeburt und Geburtszentren an der Escuela Renacer in Chile. Zusammen mit der Architektin Marta Parra Casado gründete sie 2008 Parra-Müller, Arquitectura de Maternidades in Madrid. Entstanden ist diese Zusammenarbeit aus dem Birth-Activism, und einer Arbeitsgruppe im spanischen Gesundheitsministerium.

Dipl.-Ing. Mag.phil. Dr.phil. Christian Peer, Wien
Christian Peer ist Forscher und Projektleiter am future.lab der TU Wien. Mit seinem Hintergrund in Kulturanthropologie, Bauingenieurwesen und Raumplanung arbeitet er an der Schnittstelle von Technik, Mensch und Natur. Sein Fokus liegt auf transdisziplinärer Stadt- und Regionalentwicklung, wobei er experimentelle Interventionen nutzt, um nachhaltige Entwicklung und eine gesellschaftlich geöffnete Wissenschaft , angewandte Forschung und Lehre zu verankern.

Arch. Dipl. Ing. Nicole Wentzel, Wuppertal
Nicole Wentzel hat sich lange mit der Leitung und Steuerung von öffentlichen Bauprojekten beschäftigt. Seit 2012 ist die notwendige Veränderung von Schulbau und der gemeinschaftliche, dialogische Weg dorthin das Herzensthema. In insgesamt 19 Prozessen hat sie viel Erfahrung mit den unterschiedlichsten Bedürfnislagen und Nutzungskonstellationen gesammelt. Aktuell liegt ihr Schwerpunkt im Thema der Weiterentwicklung der partizipativen Methoden: vom einmaligen Event zur kontinuierlichen Praxis, von der maximalen Mitbestimmung zur kontinuierlichen Verständigung.

Arch.DI Wibke Ottemeier, Berlin
Wibke Ottemeier betreut pädagogische Architekturen von Bildungsbauten, vom Möbellabor bis zur Schulneugründung, vom Rückzugsmodul im Ganztag über kleine und große Sanierungsprojekte bis hin zu Erweiterungen und kompletten Neubauprojekten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Gleichberechtigung aller Akteur*innen: In Workshops und Planungsrunden werden Lernende, Lehrende und das Schulpersonal aktiv in den Prozess einbezogen.

Architekt Bernhard Kurz, München
Bernhard Kurz ist Geschäftsführer der IFUB GmbH, hat das IFUB (Institut für u. Baukunst) und hat mit Mut und Experimentierfreude zu einem gemeinwohlorientierten Architekturbüro für faires und enkelgerechtes Bauen umgestaltet. In seinem Praxisbericht gibt er Einblicke in die heutige Arbeitsweise und die Wirkung des Büros.

Innenarchitektin Karo Knote, München
Karolin Knote bewegt sich zwischen Architektur und Behindertenaktivismus. In ihrer Praxis untersucht sie, wie Räume und Beteiligungsprozesse Menschen stärken und sichtbar machen können – insbesondere jene, die im gesellschaftlichen Alltag häufig übersehen werden. In ihren inklusiven Veranstaltungs- und Beteiligungsformaten erprobt sie neue Formen von Begegnung und Teilhabe und verbindet unterschiedliche Disziplinen und Arbeitsweisen. Ihre Formate sind geprägt von Improvisation und gemeinsamer Erfahrung und bringen die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Denn Kontakt entsteht an den Rändern.

Architektin Barbara Reiberger – Calas, Wien
Barbara Calas-Reiberger ist als Büroleiterin von Studio Calas in Wien tätig. Mit ihrem Schwerpunkt auf Bauen im Bestand, Denkmalpflege und Leerstandsaktivierung wirkt sie zudem im Waldviertel – als Architekturvermittlerin bei NÖ GESTALTE(N) und als Gründerin von #dieTextilfabrik zur Leerstandsaktivierung der ehemaligen Strickwarenfabrik in Hirschbach/NÖ.

Arch. DI Dr. David Calas, Wien
David Calas ist Architekt, Urbanist und Ruralist, sowie Gründer von Studio Calas (Wien/Bozen). Sein interdisziplinäres Büro agiert über alle Maßstabsebenen hinweg und verbindet Architektur mit urbaner Transformation, soziokulturellen Fragen und Partizipationsprozessen. Seit 2026 leitet er die Professur für `Bauen am Bestand´ an der FH Salzburg im Department Green Engineering and Design.

MA Lukas Fürst, Melk
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Ass.-Prof.Dr. Ursula Meier- Rabler, Salzburg
Ursula Maier-Rabler ist stellv. Leiterin des „Center for ICT&S“ und unterrichtet am Fachbereich Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. In Forschung und Lehre untersucht sie die Auswirkungen der Digitalisierung auf Demokratie, Arbeit, Bildung und den Alltag. Ihr Fokus liegt dabei auf dem gesellschaftlichen Potenzial digitaler Technologien für mehr Gerechtigkeit. Zudem engagiert sie sich als Vorsitzende der Initiative „Salzburg 2024“ und wirkt maßgeblich an der aktuellen Kulturstrategie für Stadt und Land Salzburg mit.

March. BA Eva Schmolmüller, Wien
Eva Schmolmüller studierte Architektur und Soziale Arbeit. Sie arbeitete im Bereich der Partizipation in der Planung, als Kuratorin zum „Wohnen im Alter“, forschte zur inklusiven Regionalentwicklung und ist aktuell Junior Professorin für Soziale Arbeit an der Hochschule St. Pölten. Sie spricht zur Schnittstelle von Wohnen und sozialen Prozessen.

Arch. DI Dr. Sabina Riss, Architektur & Gender Wien
Was bedeutet „Stadt für alle“ konkret in der Planungspraxis? Als Architektin und Forscherin zu Gender in der gebauten Umwelt zeigt Sabina Riss auf wie Planung unterschiedliche Alltagsrealitäten systematisch berücksichtigen kann. Gendergerechte Ansätze stärken Care-Infrastrukturen, Teilhabe und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Seit 2012 an der TU Wien tätig, besetzt sie nach ihrer Promotion im Bereich Wohnbau seit 2021 eine Post-Doc-Position am future.lab und verantwortet dort die Forschungsagenden der Fakultät sowie eine breite, fächerübergreifende Lehre.

Urbanistin Anne Graupner, Johannesburg / Salzburg
Urbanistin mit Fokus auf sozial gerechte Stadtentwicklung und transformative Vermittlungsformate. Nach langjähriger Praxis in Johannesburg und Lehrtätigkeit an der ETH Zürich kollaboriert sie aktuell mit Urbanthinktank_next und dem RAUM.WERTinstitut Salzburg an Projekten zwischen Architektur, Stadtraum und partizipativer Planung.
July 13–19, 2026
FH Salzburg – Campus Kuchl
Aufnahme:
Sie werden zwischen dem 1. Juni und 10. und/oder 16. Juni ( LAST CALL) über Ihre Aufnahme in die Summerschool informiert.
Teilnahme: € 450,- Euro
Selbstversorgung
Gesamtkosten: € 850,- Euro
Dies inkludiert Unterkunft und Verpflegung
Gemeinsame Teilnahme zahlt sich aus
Wer jetzt noch kurzentschlossene Kolleginnen zur gemeinsamenTeilnahme begeistert, erhält -10%
Nachhaltigkeit fördern
Wir laden etablierte Professionals ein, das Projekt durch einen höheren Beitrag über die Mindestgrenze hinaus nachhaltig zu fördern
Anzahlung:
Nach der Zusage ist eine Anzahlung in Höhe von 250 .-bzw. 400.- Euro zu leisten.
Diese Zahlung muss bis spätestens 12. Juni (bzw. 21,Juni LAST CALL) eingehen, um Ihre Anmeldung verbindlich zu machen.
Bitte beachten Sie, dass dieser Betrag nicht erstattungsfähig ist.
Restbetrag:
Der restliche Betrag in Höhe von 200.- bzw. 450.- Euro ist bis zum 26. Juni einzuzahlen.
ECTS-Punkte:
Die FH Salzburg rechnet für diese Lehrveranstaltung 4 ECTS Punkte an.

