ICT&S Center, Salzburg – Beteiligungsprozess & Planung: Ursula Spannberger, Fotos: Andrew Phelps

Kompetenzen

Kreativität, übersprudelnde Ideen und ein stark ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen waren die besten Voraussetzungen für Ursula Spannberger um an der TU Innsbruck Architektur zu studieren. Das damals noch sehr männlich-dominierte und konkurrenzbetonte Feld der Architektur bot ein Spannungsfeld zu ihrem Interesse an der Wirkung von Raum auf den Menschen. Ihren Zugang, der nicht den künstlerischen Elfenbeinturm, sondern die persönliche Auseinandersetzung mit den Auftraggeber:innen suchte, fand sie sehr schnell in der Selbständigkeit. Seit 1990 plante sie Wohnbauten, Firmengebäude, Theaterräumlichkeiten, Schulen, Bibliotheken und vieles mehr (siehe Architekturbeispiele.)
Ihre Fachliche Expertise konnte sie als Mitglied mehrerer Gestaltungsbeiräte und Fachbeiträte und der Altstadterhaltungskommission in Salzburg und dem deutschsprachigen Ausland einbringen.
Eine besondere Herzensangelegenheit ist Ursula Spannberger auch die Architekturvermittlung. So war sie eine der Mitbegründerinnen und erste Präsidentin der Initiative Architektur sowie der Architekturstiftung Österreich.

Architekturbeispiele

In jedem Konflikt steckt eine Chance!

Gerne möchte man diesem Satz Glauben schenken! Aber wie, wenn man mitten drin steckt? Kein Wunder, dass man das Licht am Ende des Tunnels nicht sehen kann, denn genau dieser im Konfliktfall ‚normale’ sprichwörtliche Tunnelblick hindert eine/n daran. Gut zu wissen, dass es Personen gibt, die dafür ausgebildet sind und wirkungsvolle Methoden kennen, damit man selbst aus diesem Tunnel wieder herausfinden kann.

Das erste Licht geht einem/einer oft schon auf, wenn man nicht mehr mit der KonfliktpartnerIn direkt spricht, sondern der Mediatorin das Problem schildert – nur im Beisein der Person, um die es geht, mit der der Konflikt besteht. Im Mediationsprozess fällt eine große Last ab, sich um das ‚Wie?’ kümmern zu müssen. Die Konfliktparteien können sich ganz dem ‚Was?’ widmen. Das heißt, sie können ganz bei ihrem persönlichen, subjektiven Erleben und Schildern des Konflikts bleiben und sich sicher und geschützt der Führung der Mediatorin überlassen, die ihnen die Strukturen – zeitlich und methodisch – zur Verfügung stellt, um aus dem bestehenden Dilemma wieder herauszufinden.

Nicht selten ergeben sich völlig neue, kreative, erstaunliche, zutiefst befriedigende Lösungen für beide Seiten. Noch dazu selbst kreiert, von keinem Außenstehenden aufgezwungen, wie oft bei Gericht. Schnell, individuell, günstig und maßgenaue Lösungen, die auch ein – miteinander – Leben und Arbeiten ‚danach’ ermöglichen.

5 Phasen der Mediation:

Was ist für uns der eigentliche Sinn unserer Arbeit mit der RAUM.WERTmethodik?

  • Nutzungsqualität von Gebäuden, Räumen und Außenraum
  • stimmige Kommunikation zwischen ArchitektInnen und NutzerInnen
  • Empowerment: „Menschen zu ermöglichen, sich gemäß ihren Fähigkeiten zu bilden,
    zu arbeiten, zu leben“

Der eigentliche Sinn eines Projektes ist für uns auch der Leitstern in jedem Prozess. Durch die Art der Vermittlung in großen und kleinen Gruppen, mit den Methoden der Holistischen Organisationsentwicklung – dem Genuine Contact Programme® – ist das Ergebnis einerseits ein qualifiziertes Raumprogramm und fördert andererseits die Arbeit am gemeinsamen Ziel indem quasi als „Neben“produkt tieferes Verständnis der Nutzer*innen eines Raums, eines Gebäudes, einer Stadt, … für einander entsteht. Das sprichwörtliche Feuer und die Schwarmintelligenz von (großen) Gruppen wird dabei nutzbar gemacht.
Die RAUM.WERTmethode ist aufgrund ihrer Offenheit und der Offenheit für die Inhalte der jeweiligen Anwendenden weder eine Kulturkreis gebundene noch aufgabenspezifische Methode, sondern universell einsetzbar. Gemischte Gruppen wie zB die Nutzenden einer Schule – von Kindern über Eltern zu den Lehrenden – profitieren ganz besonders davon – und damit voneinander. Dies gilt im selben Maß für die Mitarbeitenden von großen Unternehmen, die einander, ihre Bedürfnisse und Wünsche oft gar nicht kennen. Selbst bereits verloren gegangene (Arbeits-)Potentiale können wieder nutzbar und bereits erfolgte innere Kündigungen rückgängig gemacht werden.

Ökologische Nachhaltigkeit des Bauens ist schon lange Thema und hat sich auch in der universitären Lehre etabliert. Hingegen ist Soziale Nachhaltigkeit von Architektur nicht so eindeutig definiert. Soziale Nachhaltigkeit dann gegeben, wenn Gebäude und Außenräume auf Menschen und ihre Bedürfnisse „eingehen“ können. Dies wird erreicht, wenn möglichst viele Anforderungen der Nutzer*innen in der Planung berücksichtigt werden und darüber hinaus eine Anpassbarkeit an mögliche andere zukünftige Nutzungen erleichtert wird.
Soziale Nachhaltigkeit war Ursula Spannberger schon von Anfang ihrer Berufslaufbahn das zentrale Anliegen. Vorerst sichtbar am Interesse an den ersten Mitbestimmungsmodellen im Wohnbau, später vertieft durch die Ausbildung zur Mediatorin, immer genährt von einem tief empfundenen Gerechtigkeitsbewusstsein und -bedürfnis. In all ihren Planungen war ihr das Erkennen und Erfüllen der Bedürfnisse der zukünftigen Benutzer*innen zentrale Motivation und Grundvoraussetzung für die Gestaltung: „form follows function“ – das heißt, sie folgt sozialer Funktion.
Aufgrund dieses Interesses beschäftigte sie sich mit den Mitbestimmungsmethoden der 70iger Jahre, in denen die Nutzer*innen aktiv mitplanten, mit Christopher Alexanders Pattern Language, fand zu Space Syntax, das auf der Basis von Forschung und Beobachtung ideale Räume mithilfe von Computerprogrammen erarbeitet und aufgrund ihrer Herkunft aus der ersten Frauenbewegung kam Gender Planning in ihren Fokus.
Die von ihr entwickelte RAUM.WERTmethode geht auf die Bedürfnisse von einzelnen Individuen, bzw. spezifischen Rollen von Menschen ein und ermächtigt sie, ihre diesbezüglichen Wünsche zu erkennen und zu formulieren. Danach erst werden diese mit anderen verhandelt und aufeinander abgestimmt. Dies stärkt die Nutzenden in ihrer Bauherr*innenrolle, anstatt sie zu Mit-Planenden zu machen – wie in den ersten Phasen des Mitbestimmungs-Booms – und überfordert sie nicht.

20 bis über 1.000 Menschen kommen in einem Raum zusammen und arbeiten interaktiv in Kleingruppen daran, die tatsächlichen Bedürfnisse der zukünftigen Nutzenden eines Raumes zu erkennen. Die Arbeit am gemeinsamen Ziel lässt quasi als „Neben“produkt tieferes Verständnis der Nutzer*innen eines Raums, eines Gebäudes, einer Stadt, … für einander entstehen. Das sprichwörtliche Feuer und die Schwarmintelligenz von (großen) Gruppen wird dabei nutzbar gemacht.
Gemischte Gruppen wie zB die Nutzenden einer Schule – von Kindern über Eltern zu den Lehrenden – profitieren ganz besonders davon – und damit voneinander. Mitarbeitende werden an der räumlichen Entwicklung ihres Unternehmens beteiligt, sie sind aktiv und übernehmen Verantwortung. Ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Intuition werden für das anstehende Thema genutzt. Die gleichzeitige Arbeit vieler Kleingruppen in einem Raum ermöglicht eine völlig neue Form der Kommunikation. Auf diese Weise entstehen neben vielfältigen Ideen ganz konkrete Maßnahmen für die Umsetzung.
In einem RAUM.WERTprozess kommen verschiedene Großgruppenmethoden zur Anwendung. Vor allem der Ansatz von Genuine Contact, dem Organisationskompass und dem RAUM.WERTcafé auf Basis des WorldCafés bilden die Grundlage unserer Workshops.

Ich fühle mich der Gemeinwohlökonomie seit ihren Anfängen verbunden und bin seit der Gründung der Regionalgruppe Salzburg aktiv dabei.

Ich fühlte mich stark in der Argumentation warum die GWÖ in unseren Zeiten sinnvoll und notwendig ist, war jederzeit fähig zu begründen, dass die Verfassung einer Bilanz einem Unternehmen oder einer Organisation auf drei Ebenen Auskunft über den jeweiligen Status gibt – nämlich erstens darüber, was das Unternehmen bereits im Hinblick auf die Kriterien tut, zweitens darüber, was das Unternehmen an Veränderungen und Verbesserungen konkret angehen kann und drittens darüber, was das Unternehmen im Rahmen unseres Wirtschaftssystems derzeit noch nicht leisten kann, ohne gravierende Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Das heißt das Aufzeigen dessen, was in größerem Rahmen mittels Gesetzen und Richtlinien gesellschaftlich noch verändert werden muss.

Aber erst durch die Absolvierung des Lernwegs zur Beraterin und das Verfassen meiner eigenen Bilanz wurde diese theoretische Überzeugung in der Praxis auf die Probe gestellt und hat sich mehr als bewährt! Es tut mir gut, GWÖprinzipien aktiv zu leben und im Alltag zu überprüfen. Dadurch entwickelt sich mein Unternehmen inhaltlich und wirtschaftlich fokussiert weiter und ich kann den von mir beratenen Unternehmen mit meinen eigenen Erfahrungen als Gleichwertige im Sinn der gelebten Kooperation zur Seite stehen.

Berater*innen in Österreich

Mein Gemeinwohl Ökonomie Bericht
RAUM.WERT GWOe Bericht 2018-2019

Das Buch zur RAUM.WERTmethode!

Für alle, die sich mit der Wirkung von Raum beschäftigen, habe ich dieses Buch geschrieben …

… als Praxishandbuch, sehr persönlich und mit biographischen Splittern, auf der Basis von Forschung. Aber kein theoretisches Werk, sondern Werkstattbericht, Orientierung, Ratgeber, Werkzeugkasten, handlungsorientierte Wissensvermittlung in Alltagssprache, mit Zitaten von Architekt*innen und vielen O-Tönen von Beteiligten.

Raum wirkt.
Ursula Spannberger
160 Seiten, 110 Farbabbildungen, 20 x 26 cm
Erschienen im November 2021
ISBN 978-3-86935-417-0

Bestellungen und Kontakt:
Verlag Ludwig, Holtenauer Str. 141, D 24118 Kiel
www.verlag-ludwig.de, info@verlag-ludwig.de