Chronologisches Wohnen*

In unserer Arbeit mit Schulen fällt uns immer wieder auf, dass viel Raum nur sehr kurze Zeit am Tag verwendet wird. So sind bis zu 40% der Fläche einer Schule Gänge und Pausenräume, die – in Summe – ca eine halbe Stunde am Tag genutzt werden. Wenn man übers ganze Jahr rechnet, noch weniger. Klassenräume und Turnhallen stehen oft nachmittags und in den Ferien leer.

Auch in Privatwohnungen gibt es dieses Phänomen: Kinder- und Jugendzimmer, die während der Schulzeit leer stehen, Vorzimmer, die selten durchquert werden, Schlafzimmer, die tagsüber leer stehen… Wenn man für jede Tätigkeit einen eigenen Raum vorsieht, wird der Platz schnell zu klein. Mehrfachnutzung kann da helfen! Nicht nur das klassische Schlafsofa, sondern verschiedene flexible Möbel, die sich wegklappen lassen oder auf Rollen zur Seite geschoben werden, lassen viele neue Möglichkeiten zu. 

Welche Räume oder Raumbereiche – von meinem Berliner Kollegen Michael Hilgers* als ‚freier Luftraum’ bezeichnet – sind bei Ihnen zuhause zeitlich oft ungenutzt und könnten eine zusätzliche Nutzung durch ‚chronologisches Wohnen’ bekommen?

Fotos: Flatbox und Flatmate von Michael Hilgers